Streik: was nun?

Sie freuen sich auf Ihren Urlaub und haben alles gebucht und auch das Gepäck ist in den Koffern. Voller Vorfreude fahren Sie zum Flughafen und plötzlich aus heiterem Himmel erfahren Sie etwas von einem …

S T R E I K 

Ein plötzlicher Streik oder eine Naturkatastrophe, wie der Vulkanausbruch auf Island 2010 können das Flugzeug am Boden halten. Immer wieder hören wir in den Nachrichten aus aller Welt davon. Ich dachte dann immer, die armen Reisenden und konnte mir nicht vorstellen, dass wir selbst einmal in eine solche Situation geraten könnten. Die Bilder in den Medien von Tausenden Reisenden, die eine ganze Nacht im Flughafen verbringen mussten oder versuchten, mit der Bahn weiter zu Reisen.

Allerdings hört und liest man nie etwas über Reisende mit Rollstuhl. Keiner sagt uns, wie wir versorgt werden und wie es weiter geht. Wir sind dann wie alle anderen auf uns selbst angewiesen. Nur gut, das Streiks und Katastrophen relativ selten sind, oder sie hoffentlich vorher angekündigt werden. Nur so können wir Reisende  uns schon vorher Gedanken machen, ob wir überhaupt in den Urlaub fliegen werden.

Nicht nur wir hatten uns erst am Tag des Streiks Gedanken gemacht, was passiert jetzt? Unzählige Gedanken und Fragen schossen durch den Kopf: Was muss jetzt alles gemacht werden? Wer zahlt bei Streik und vor allem wer kümmert sich jetzt um uns? Fragen und Ängste zerren an den Nerven und Hilflosigkeit kommt auf. Daher möchten wir Ihnen unsere Erfahrungen von 2010 näher bringen.

Hoffentlich kommen Sie niemals in diese Situation

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Hier unsere Erfahrungen beim Streik 2010 am Flughafen Zürich 

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Fluglotsenstreik im Dezember 2010
Spaniens Regierung erlässt wegen Fluglotsenstreiks den Notstand
Samstag, 4. Dezember 2010

Meldung aus Spanien: Wenn die Fluglotsen nicht an ihre Arbeitsplätze zurückkehren, würden sofort Strafverfahren eingeleitet, die zu Gefängnisstrafen führen könnten. Bereits am Freitagabend hatte das Militär die Flugsicherung übernommen. Die zivilen Fluglotsen hatten nämlich am späten Freitag Nachmittag überraschend ihre Arbeit niedergelegt und damit ein Chaos an vielen europäischen Flughäfen verursacht. Rund 250.000 Passagiere saßen an den Flughäfen deswegen fest. Die Fluglotsen streikten wegen zu niedrigen Gehältern und zu langen Arbeitszeiten.
Das spanische Militär hatte nun die Leitung über die Kontrolltürme der Flughäfen übernommen, um die Streikenden zivilen Fluglotsen zur Arbeit zu zwingen. Wenn diese den Ausstand fort setzen würden, so drohen ihnen in Eilverfahren vor spanischen Militärgerichten Haftstrafen bis zu 15 Jahren. Am Abend konnten dann bereits die ersten Flugzeuge wieder fliegen.
 Flugzeug
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Vulkanausbruch 2010

Asche über Europa

Die Aschewolken des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull führten im April 2010 zum längsten Flugverbot im europäischen Luftraum: Hunderttausende saßen auf Flughäfen fest,und keiner wusste wie lange die Flugzeuge am Boden bleiben müssen. Die Medien sprechen nur von den  immensen Verlusten der Fluggesellschaften. Von der Passagieren sprachen die Medien nur als „Aufreisser für ihre Meldungen“. Es wurden einfach die bestmöglichen Bilder in den Medien gezeigt und kaum einer sprach von den Behinderungen der Passagiere wie  z. B: der Reisenden im Rollstuhl.

Am 15. April 2010 wurden über 6.000 Flüge ganz gestrichen und viele nur mit Sichtflug durchgeführt. Teilweise wurden die gesamten Flüge an bestimmten Flughäfen gestrichen. Es dauerte mehrere Tage bis alle Flüge wieder ohne Probleme fortgeführt wurden. Ende April 2010 wurden die gesamt ausgefallenen Flüge auf ca. 100.000 geschätzt und somit waren fast 10. Millionen Passagiere betroffen.

 

Der Vulkanausbruch auf Island

Eruption_of_Eyjafjallajökull_Volcano,_Iceland_2010-03-24

„Eruption of Eyjafjallajökull Volcano, Iceland 2010-03-24“ von NASA image by Robert Simmon – http://earthobservatory.nasa.gov/NaturalHazards/view.php?id=43252. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons – http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eruption_of_Eyjafjallaj%C3%B6kull_Volcano,_Iceland_2010-03-24.jpg#mediaviewer/File:Eruption_of_Eyjafjallaj%C3%B6kull_Volcano,_Iceland_2010-03-24.jpg

 

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Wer betreut Reisende am Flughafen mit Rollstuhl oder anderen Behinderungen

 

Passagierbetreuung am Flughafen

Als Reisender mit Rollstuhl haben Sie Anspruch auf diesen speziellen Service. Wir haben auf jedem Flug diese Hilfe in Anspruch genommen, weil wir in Zürich immer wieder ein anderes Gate hatten und durch die vielen Bauarbeiten hatte sich jedes Jahr der Weg zu den Gates verändert. Ausserdem kann man als Rollstuhlfahrer nicht Treppen steigen, also sind sie auf Fahrstühle angewiesen. Weitere Informationen zum Service am Flughafen werde ich nach in einem anderen Beitrag veröffentlichen.

Hier sind die Service Stellen:

Mit Gepäck am Flughafen SB  =   auf Teneriffa bei Sin Barreras

und am Flughafen Zürich bei der Passagierbetreuung:

reisen1Hier Petra am Flughafen Zürich in Warteposition….

Im Hintergrund sehen Sie den Treffpunkt für Reisende mit Behinderung. Beachten Sie bitte auch, dass Sie diesen Service über Ihr Reisebüro oder besser selbst bei der Airline oder am Flughafen anmelden sollten. Der Service ist kostenlos und Sie erhalten Hilfe bis zum Flugzeug und bei Bedarf werden Sie auch mit einem Rollstuhl des Flughafens zum Flugzeug Gate gefahren. Hier werden also nicht nur Rollstuhlfahrer abgeholt. Oft gibt es ältere Reisende oder wenn sie die Sprache nicht beherrschen und unsicher sind, wenden sich auch solche Reisende an den Service Mitarbeitern des Flughafens.

Ich möchte abschliessend bemerken, dass sich vor allem die Air Berlin Mitarbeiter immer grosse Mühe gaben, uns zu helfen. Bedenken Sie aber immer: wenn Sie Hilfe brauchen, dann suchen Sie Hilfe und fragen Sie. So können Sie von Anfang an eine tolle und reibungslose Reise erleben.

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Flug trotz Streik:

Auch 2012 hatten wir durch einen Fluglotsenstreik fast nicht fliegen können! Auf dem Rückflug von Teneriffa nach Zürich erfuhren wir erst im Flugzeug, dass die französischen Fluglotsen im Streik waren. Also konnten wir nicht über Frankreich zurückfliegen. Nur gut, dass unser Flug über Nordafrika und Italien ausweichen konnten. Wir kamen dadurch nur 1 Stunde später in Zürich an.

Was aber wäre passiert, wenn der Flug abgesagt worden wäre?

Hätten wir mit dem ganzen Gepäck zurück ins Hotel fahren können?

Wäre das behindertengerechte Zimmer noch frei gewesen?

 

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Streik und was nun?

Nachdem wir im Dezember 2010 über 9 Stunden nicht wussten, ob wir überhaupt noch fliegen würden, hätte ich sehr gerne einen Ansprechpartner gehabt, der uns über unsere Rechte aufklärt. Daher habe ich mich später an die Vereinigung gewandt, die sich um die Rechte der Passagiere kümmert.

Hier folgen Informationen zum Nachschlagen. Auch wenn es nicht oft vorkommt, dass Sie mit einem Streik konfrontiert werden, so ist es doch sicher auch für Sie wichtig, dass wir Reisenden auch RECHTE haben:
Allgemeine Informationen zu Reisen mit Behinderung und/oder eingeschränkter Mobilität finden Sie auf unserer Homepage. Hier der direkte Link dazu: 

www.bazl.admin.ch/dienstleistungen/passagierrechte/02154/index.html?lang=de

Sie können am Flughafen Zürich bei Careport Unterstützung für Ihre Partner/in verlangen. Hier auch der Link mit weitergehenden Informationen:
http://www.flughafen-zuerich.ch/desktopdefault.aspx/tabid-243/e
Falls Ihr Flug eine grosse Verspätung haben sollte, er annulliert wird oder Sie nicht befördert werden, muss das ausführende Luftfahrtunternehmen Sie unterstützen und Passagiere mit Behinderung und/oder eingeschränkter Mobilität grundsätzlich bei den Unterstützungsleistungen prioritär behandeln. Weitergehende Informationen finden Sie unter:
http://www.bazl.admin.ch/dienstleistungen/passagierrechte/01019/index.html?lang=de
Team Passenger Rights
Section Economic Affairs
Federal Department of the Environment,
Transport, Energy and Communications DETEC
Federal Office of Civil Aviation FOCA
Aviation Policy and Strategy
Mühlestrasse 2, CH-3063 Ittigen,
Postal address: CH-3003 Bern

Tel: +41 (0)31 325 95 96
Fax: +41 (0)31 325 90 60
mailto:
passengerrights@bazl.admin.ch

 

 

 

 

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