Hotel Teil 2 – Hotelzimmer

 Hotelzimmer

Anforderungen ans Hotel und Zimmer: unsere Erfahrungen

Der erste Eindruck vom Hotelzimmer
Nun ja, wir reisen seit 7 Jahren in die gleichen Hotels. Daher kennen wir die Zimmer schon, weil wir ja immer ein behindertengerechtes Zimmer nehmen. Aus Gewohnheit nehmen wir, wenn möglich, das gleiche Zimmer. Wenn Sie zum ersten Mal in dem Hotel sind, schauen Sie unbedingt sofort nach, ob das Zimmer Ihren Anforderungen entspricht! Ist es behindertengerecht? Alles so wie gewünscht? Wenn nicht, dann reklamieren Sie sofort, bevor Sie auspacken. Auch wenn das nach einer langen anstrengenden Reise nicht leicht fällt.

1.   Die Türbreiten im Hotelzimmer

Wir hatten vorab im Hotel auf La Palma ein behindertengerechtes Zimmer bestellt und dies wurde uns angeboten. Wir sind also auf die Insel geflogen, haben uns in den Mietwagen gesetzt und sind zum Hotel. Wir waren froh nach der Anreise ins Zimmer zu können. Im Zimmer mussten wir allerdings feststellen, dass die Badezimmertür zu eng war, um mit dem Rollstuhl durchfahren zu können. Auch war das Hotelzimmer voller Möbel, so dass mit dem Rollstuhl kein Durchkommen war. Sie sollten die Abmessungen ihres Rollstuhls unbedingt ausmessen, damit Sie z. B. nicht wegen 1-2 cm nicht ins Zimmer kommen.

Hier ein Beispiel für zu enge Durchgänge im Zimmer:
Türbreite

eingangstuerHier sehen Sie die Eingangstür ins Zimmer. Nur mit Mühe und etwas Schwung konnte Petra durch die Tür kommen, immer aufgepasst, dass sie die Reifen nicht verkantet! Bei Rädern mit Sturz nimmt die untere Breite deutlich zu. So werden zwar das Umkippen des Rollstuhles und auch das Quetschen der Hände beim Anfahren verhindert, aber Sie reisen dann mit einer Spurverbreiterung und brauchen somit deutlich mehr Platz. Platz der oft gefehlt hat.

Wir sind danach nur noch mit dem Rollstuhl ohne Sturz verreist. Mit dem Swisstrac auch kein Problem, nur sollten Sie dann nicht mehr so scharfe Kurven fahren SMILE.

 

Badtuer
Das Bad

Kein Durchkommen ins Bad: Obwohl wir die Masse für die Tür-Breiten dem Hotel mitteilten, hatten Sie nur die Eingangstür gemessen, nicht aber die engere Tür ins Bad.

Dusche für Fussgänger:
Hier sieh man, wie dicht ich mit dem Rollstuhl an die Toilette fahren musste, um dann Rückwärts den Stuhl in die Dusche zu heben und reinschieben zu können.
Allerdings war auch noch der Duschkopf fest und prasselte unkontrollierbar auf den Kopf.  Ein no-go für einen Behinderten.

duscheLaPalma2009 Dusche

 

Die Dusche war sehr eng und ich musste Petra mit dem Duschrollstuhl in die Dusche heben. Dann sass Petra rückwärts in der Dusche und musste ihren Körper dem Wasserstrahl von oben anpassen. Eine Handdusche wäre hier wohl eher angebracht. Aber die Hotels sparen hier lieber, damit keiner den Schlauch beschädigt. In den Hotels wird vieles fest installiert, damit es nicht den Besitzer wechselt oder die Gäste nicht alles kaputt machen können.

Wir waren damals nur eine Woche auf La Palma und so konnten wir uns lieber dem Erkunden der Insel widmen.

 

 

 

 

 

Behindertentoilette
Auf dem Gelände des Hotels neben den Pools, gab es auch eine rollstuhlgerechte Toilette. Innen war alles normgerecht, aber die Tür war so schmal, dass kein Rollstuhl hineinpasst!

BehindertenWCWer hat eigentlich die Vorschriften über behindertengerechte Einrichtungen ins spanische übersetzt?

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Das Zimmer muss passen:

zimmereinrichtungLassen Sie sich kein „ungeeignetes“ Zimmer andrehen. Bestehen Sie auf ein behindertengerechtes Zimmer, vor allem, wenn Sie es vorher vom Hotel bestätigt bekommen haben. Sollte das Zimmer nicht für Sie funktionieren, dann suchen Sie den Manager auf und versuchen eine Lösung zu finden. Nur nicht locker lassen und bestehen Sie auf ein passendes Zimmer. Schliesslich haben Sie mit Ihrer Behinderung schon genug Probleme im Alltag.

Oft sind zu viele Möbel im Zimmer, die für einen Rollstuhlfahrer sehr hinderlich sind.

Blick auf eine Betonwand statt Fenster mit Meerblick:

beton

Ausserdem war die Aussicht statt aufs Meer, auf eine zwei Meter entfernte Betonwand!  Das Hotel hatte uns das Zimmer vor der Reise als behindertengerecht angeboten. Allerdings war der Haltegriff an der Wand das einzige was angebaut war! Dem Personal war nicht bewusst, was ein Rollstuhlfahrer benötigt. Dies mussten wir immer wieder feststellen. Leider wird für Reisende mit Behinderung immer noch zu wenig angepasst. Wir verlangten ein anderes Zimmer und wechselten in ein normales Zimmer.

 

 

 

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Ein positives Beispiel aus Sardinien :

Abklärung vor unserer Reise nach Sardinien:
Wir hatten uns vorab  Fotos vom Badezimmer und Einrichtungen schicken lassen, weil es keine Bilder davon im Internet gab. Lassen Sie sich vor der Anzahlung schriftlich zusichern, dass Sie im Hotel ein behindertengerechtes oder bei Bedarf ein rollstuhlgerechtes Zimmer erhalten. Sie können meist nicht wie ein Fussgänger einfach ein normales Zimmer nehmen! Das hängt natürlich ganz von Ihrer Behinderung ab und ob Sie Hilfe dabei haben. Auch wenn Sie über einen Reiseanbieter buchen, soll dort alles bestätigt werden (schriftlich), bevor Sie die Reise bezahlen.  Wenn Sie das erste Mal in das Hotel buchen, dann klären Sie zur Sicherheit vor der Reise nochmals selbst ab, welche Anforderungen bei Ihnen erfüllt werden müssen.

zimmer_timmi

bad_timmi

Hier ist das Schlafzimmer zu sehen, ein grosser Raum mit ausreichend Platz für eine Rollstuhlfahrerin. Auch das Bett war in der richtigen Höhe, damit ein Transfer klappt.

 

 

 

 

 

Hier ein Bild vom Hotel auf Sardinien, ein Badezimmer mit ebenerdiger Dusche ohne Schwelle. Auch das Waschbecken ist mit dem Rolli unterfahrbar, das ist auch nicht selbstverständlich! Hier waren das Bett in der richtigen Höhe und die Zimmer sehr gross. Nichts ist schlimmer, als wenn ein Rolli Fahrer bei jeder Drehung gegen etwas stösst.

 

 

 

 

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„Unser Hotel“ auf Mallorca;
Das Vanity Suite Hotel. Wir waren schon mehrmals in diesem Hotel. Die Zimmereinrichtung ist für uns sehr gut, wenn auch hier etwas nicht so gut war: Die Matratze. Dazu aber später mehr. Hier mal die Zimmereinrichtung:

Mallorca-Zimmer

 

Das Bett ist gross, aber wenn Petra links mit dem Rollstuhl ans Bett fährt, ist der Transfer nicht einfach. Wir stossen daher das Bett soweit wie möglich nach rechts. Das Zimmer ist noch abgedunkelt und wir sind gerade angekommen.

Auf der rechten Seite sieht man einen Tisch und ein kleines TV.

 

 

Mallorca Waschtisch

Hier ist der Waschtisch zu sehen. Gross aber leider auch sehr tief. Die Waschbecken wie immer zu weit hinten zum Mundausspülen. Ein fester Föhn gehört hier auch zur Einrichtung. Rechts ist dann das ebenerdige Bad.

Links ist die Eingangstür und zwischen den Säulen eine Ablage. Praktisch und ausreichend. Leider auch hier keine Schiebetüren im Schrank.

 

Mallorca Bad

 

Ein ausreichend grosses Bad, ebenerdig und das Wasser ist meist gut abgelaufen. Leider gab es im Sommer oft Besuch von Ameisen. Gegenüber ist eine Badewanne mit Whirlpool Düsen.

Ein Extrasitz ist an der Wand befestigt.

 

 

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Unser Lieblingshotel auf Teneriffa: Sheraton la Caleta:

Teneriffa Zimmer

 

Wir haben dieses Zimmer schon 7 Mal gebucht. Wir haben uns so daran gewöhnt, das wir uns schnell „zu Hause“ fühlen.
Die Ausstattung ist gut und der Balkon über eine Schwelle zu erreichen. Gegenüber ist ein Hotel, aber sonst haben wir einen tollen Blick aufs Meer.

 


Teneriffa Apero

Wenn wir eintreffen, finden wir einen ersten Imbiss vor. Bis zum Abendessen dauert es ja meist noch etwas. Wir sind immer froh, wenn wir nach der langen Anreise, uns stärken können. Petra legt sich dann meist ins Bett und ich packe die Koffer aus.

WICHTIG: Wasser aus dem Hahn
Sie sollten kein Wasser aus dem Wasserhahn auf den Kanaren trinken und auch für das Zähneputzen haben wir Mineralwasser vom Hotel erhalten.

Teneriffa Dusche
Die Dusche ist ebenerdig, aber leider etwas zu eng. Auch ist der Brausekopf nicht so gut, weil er fest ist.Die Glaswand ist auch sehr nah, daher ist Petra meist etwas kürzer am Duschen.

Duschen ist für Petra auch oft die einzige Möglichkeit, wenn mal wieder das Wetter nicht so gut war. Vor allem der kalte Pool lässt sie immer auskühlen, dann muss sie sich lange unter der Dusche wärmen. Das Abkühlen ist für Petra immer ein Problem, weil sie dann auch Spastiken bekommt. Wir hatten auch mit einer Blasenentzündung zu kämpfen. Letztes Jahr war es so kalt, dass Petra gar nicht in den Pool gegangen ist. Schade eigentlich, aber 26 Grad sind für Petra zu kalt. Auch wenn sie ihren Shorty, einen dünnen Neoprenanzug anzieht.

Teneriffa Bad

 

Petra braucht dieses WC nicht unbedingt, aber sonst ist es ausreichend gross. Leider waren auch hier die Haltegriffe an der Wand nicht ganz fest und daher mit Vorsicht zu geniessen. Ich hatte die Wandbefestigung gleich reklamiert, aber auch nach 6 Jahren hatte sich dort nichts geändert. Schade.

 

_MG_8059
Hier ist der Riss im Metall geschweisst worden. Dadurch wurde die Kraft auf die Dübel in der Wand versetzt. Also kommt die Halterung jetzt langsam aus der Wandhalterung. Mal sehen, wie lange die Stange noch braucht.

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Doch nun zu einem heiklen Thema: Die Matratze!

Hier zeigt sich, ob die Gäste willkommen sind oder an der falschen Stelle gespart wird. Auf Mallorca haben wir mindestens 4 Extra-Wolldecken auf die Matratze gelegt, weil es keine bessere Matratze gab. Auf Teneriffa hatte die Matratze ausreichend Federkraft und wir waren dieses Jahr sehr zufrieden. Wir hatten eine zweiteilige grosse Matratze. Damit die getrennten Betten nicht “wandern” haben wir sie immer mit Klettbänder verbunden. (So ein paar Klettbänder kann man immer gebrauchen, auch zum befestigen anderer Dinge.)

Teneriffa Bett

Am Anfang unserer Reisen hatten wir gerne eine grosse Matratze und nachdem es Petra mit dem Rücken schlechter ging (nach den verunglückten Operationen) brauchen wir jetzt getrennte Matratzen. Da ich mich eher häufig im Schlaf drehe, hat dies immer eine Welle der Schmerzen bei Petra ausgelöst. Wie ist es bei Ihnen? Getrennte Betten oder nicht? Nun ja, es gibt ja auch noch andere Gründe für getrennte Betten (Schnarchen, Unruhe, gestörter Schlaf). Aber diese Probleme kennen sie sicher auch von zu Hause und daher sollten Sie wenn nötig auch diese Frage vorab klären.

Auf Mallorca hatte Petra sich nach dem Frühstück oft im Garten auf eines der „Himmelbetten“ gelegt. Dieses war deutlich angenehmer zum Liegen. Eine Erholung für Petras Rücken war gefunden. Leider konnten wir hier nicht auch in der Nacht schlafen…. Mallorca-Zimmer

 

Andere Länder, andere Bettwäsche:

Waren Sie schon einmal im Süden von Europa in Ferien in einem Hotel? Wenn nicht, dann sollten Sie wissen, dass es meist nur leichte Leinentüche als Zu-Decke gibt. Oft wird diese auch noch an den Seiten unter die Matratze gestopft.Sieht zwar schön aus, ist aber eher unpraktisch. So haben wir immer wieder diese Tücher aus der Matratze raus gezogen. Als am nächsten Tag das Zimmer gereinigt wurde, hatten wir wieder die Tücher unter der Matratze. Wir hatten dies dann mit dem Hotelteam abgesprochen.
Wir freuen uns schon auf den nächsten Urlaub, egal ob Nah, ob Fern. Hauptsache wir sind zusammen.

Gemeinsam schaffen wir alles

Gemeinsam schaffen wir alles

 

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