Strand und Meer

Unsere Erfahrungen am Strand und Meer

Hier möchte ich von unseren Erfahrungen am Meer berichten. Wir hatten neue Erfahrungen gemacht und ich konnte mir als Fussgänger gar nicht vorstellen, wie schwierig der Weg ins Meer für einen Rollstuhlfahrer ist. Ich kann ja einfach ins Meer gehen, aber wie kommt ein Rollstuhlfahrer ins Meer? Auf Teneriffa hatten wir uns keine Gedanken über die Möglichkeit im Meer zu schwimmen gemacht, erst als wir im Sommer auf Mallorca waren, kam das Meer für uns in Sichtweite. Unseren ersten Versuch hatten wir aber auf Sardinien gemacht. Fast wäre es auch unser letzter gewesen. Dazu aber später mehr.

Sardinien 2008

Gar nicht so einfach, ins Meer zu kommen. Petra hatte nur auf Sardinien die Möglichkeit mit viel Unterstützung ins Meer zum Schwimmen zu kommen. Ich glaube kaum, das wir das je wiederholen können. Für uns Fussgänger ist das Schwimmen im Meer meist kein Problem. Wir gehen zum Strand und ab ins Meer.

Für einen Rollstuhlfahrer nicht möglich. Wie soll er ins Meer kommen? Allein das Fahren durch Sand ist mit einem normalen Rollstuhl unmöglich. Schieben durch den Sand kann nicht klappen und auch mit dem Swiss Trac ist Petra schon stecken geblieben. Da ich auch nicht gerne im Salzwasser bin, haben wir uns damit abgefunden.

Frank am Strand

So geht´s ins Meer, für Fussgänger

Petra im Sand

Petra liegt im Sand, doch der Weg zum Meer ist weit

Strand008

Mit Schwung über den losen Sand, bis die Reifen feststecken

Hier wollte Petra auch mal über den Strand fahren. Nach wenigen Metern steckte sie fest und ich musste den Rollstuhl anschieben. Auch am Teide auf Teneriffa hatten wir solche Situationen .-)

20110618Mallorca14867

Unendlich Weit bis zum Meer…

 

Strand010

Strand auf Sardinien

Achtung: Das Meer kann auch gefährlich sein

An dieser Bucht auf Sardinien wollten wir gemeinsam mit Petras Eltern schwimmen gehen. Es sah alles ruhig aus und so sind wir 4 ins Meer gegangen. Petra hatte ich mit ihrem Vater ins Wasser getragen und dann sind wir geschwommen. Wir hatten alle unsere kurzen Neoprenanzüge an, weil die auch etwas Auftrieb geben und gegen kalten Strömungen hilft. Petra hatte zum Glück auch ihre Schwimmweste dabei.

Sardinien_2008_Meer

Eine fast ruhige Bucht gerade ausserhalb der Kontrolle der Rettungsschwimmer

Sardinien20090914_meer3

Petra hat im Meer immer ihre Schwimmweste an, damit sie den Kopf über dem Wasser hat

Gefahr: starke Strömungen drückten uns unter Wasser!

Am Rand der Bucht gingen wir mit meinen Schwiegereltern ins Wasser. Wir schwammen ca. 30 Meter ins Meer und wollten dann zurück. Doch plötzlich wurde es immer schwerer sich über Wasser zu halten. Das Meer drückte uns zum Strand und eine extreme Strömung mit Wirbel drückte uns in Richtung Meer und zog uns auch unter Wasser. Wir kämpften um unser Leben und versuchten an den Strand zu schwimmen. Plötzlich hörte ich Petras Vater um Hilfe rufen und so versuchte ich die Rettungsschwimmer am Strand zu rufen. Doch wir waren etwas zu weit “aussen” und die netten Rettungsschwimmer waren durch einige hübsche Mädchen abgelenkt.

Mein Adrenalin schoss ins Unermessliche und ich schrie um Hilfe. Dann endlich hatte sich ein junger Mann (der Surfbretter verleiht) mit einer roten Boje wie in “Baywatch, die Rettungsschwimmer aus Malibu” in die Fluten gestürzt und schwamm zu Petras Mutter. Ich hatte inzwischen Petra an den Strand  gebracht und sprang zurück ins Meer um ihren Vater aus den Fluten zu holen. Erschöpft kamen wir glücklich an Land. Wir waren gerettet!

Petra hatte am Strand noch ein Trauma: sie wurde fast von den Wellen wieder ins Meer gespült und jede Welle riss sie um, da sie nicht frei sitzen kann, durch die inaktiven Rumpfmuskeln und sie brauchte Hilfe. Eine gesunde Frau von ca. 40 Jahren stand vor Petra und schaute zu ihr herab, wie Petra sich abmühte nicht wieder ins Meer gezogen zu werden. Petra rief um Hilfe und streckte ihr den Arm entgegen und bat mit “Help” um ihre Hilfe, doch die Frau stand wie eine Säule einfach nur da und hatte nur auf Petra herab gesehen! Heute hätte sie vielleicht noch das Handy zum Filmen genommen: Mir fehlen auch heute noch die Worte!

Am nächsten Tag bin ich mit Petras Eltern nochmals an den Strand gegangen und hatten dem Retter eine Banknote geben wollen. Er verstand kein Deutsch und auch kein Englisch, daher hatte er uns zuerst nicht verstanden was wir wollten und war sehr skeptisch. “Was wollen die von mir?” Als wir ihm dann die Note gaben, entspannte sich seine Haltung und nach etwas Zeichensprache hatte er dann doch noch verstanden, woher wir uns kannten. Schliesslich hatten wir am Tage vorher Neoprenanzüge an und waren jetzt in Strassenkleidung vor ihm.

Sardinien

Links vermietet unser „Retter“ Surfbretter und Boote, wir sind immer noch froh, dass er wie in Baywatch in Malibu mit seiner roten Boje Petras Mutter gerettet hatte.

Wenn Sie ins Meer wollen:

Wenn Sie gerne ins Meer wollen, dann finden Sie vielleicht vor Ort Hilfe durch diese Speziellen Rollstühle. Mit denen können Sie direkt ins Meer gefahren werden. Vor Ort hatten wir diese Rollstühle nie im Einsatz gesehen. Vielleicht lag es am Preis oder am kalten Wetter?

Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, die ich Ihnen gerne mal zeigen möchte:

Strand011

Sardinien_BuggyViel Spass im Meer oder bleiben Sie lieber an Land? Egal, geniessen Sie Ihren Urlaub.
Wenn Sie andere Erfahrungen gemacht haben, schreiben Sie mir bitte. Ich würde dies dann gerne
hier für meine Leser veröffentlichen.

Impressionen:


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