Bedenken

Verunsichert machen wir uns Gedanken zum Flug in die Ferien:

Die letzten Tage haben auch uns nachdenklich gemacht. Die Anschläge und die Verunsicherung bleibt auch für uns nicht ohne Bedenken. Was wird noch alles passieren?

Die Vorfreude auf unseren nächsten Flug in einigen Wochen steigt, das meiste ist gut vorbereitet und auch schon vieles erledigt. Die Reise könnte eigentlich schon losgehen. Leider waren die letzten Tage auch durch die plötzliche Kälte und dem Schnee ein Dämpfer. Gesundheitlich waren wir beide mehr als sonst angeschlagen und ich machte mir schon Sorgen, ob wir überhaupt in den Urlaub fliegen sollten.

Zum Glück hatte Petra bei meiner Frage, ob wir fliegen wollen, die Liste genommen und das Gepäck nochmal besprochen. Klar, wir fliegen, wenn auch mit Bedenken. Die Liste: es sind gute 4 Seiten voller Dinge die wir mitnehmen müssen und auch alles was vorab erledigt werden muss. Die Liste ist 2008 entstanden und ich hatte sie vor jeder Reise angepasst. Zum einen braucht Petra deutlich weniger Medikamente, zum anderen auch weniger Pflegemittel. Toll!

Es fliessen aber auch unsere Erfahrungen in die Liste ein. Wie z.B. beim letzten Flug hatten wir eine wasserdichte Stoffunterlage mitgenommen, um das Bett zu schützen. Leider sind diese Unterlagen für Querschnittsgelähmte eher gefährlich. Petra hatte etwas geschwitzt und die Feuchtigkeit konnte nicht weg, also entstand Verdunstungskälte. Mit einem Querschnitt spürt man dies nicht und so kühlte Petra in der Nacht aus. Das wiederum verursachte Schmerzen. So begann so mancher Tag mit der Bekämpfung der Schmerzen und unsere Ausflüge wurde auf ein Minimum begrenzt. Die Ursache hatte ich zu spät erkannt, obwohl ich schon über 20 Jahren in der Pflege arbeite. Mit Petra lerne ich also auch immer wieder etwas Neues, was im Akut-Krankenhaus gar nicht erst passiert. Schade nur, das Petra dies mit unnötigen Schmerzen ertragen musste. Ich bin so auch viel sensibler geworden, für alles was mit Petra passiert. So werde ich wohl auch vorm Einschlafen die Fernbedienung suchen, damit Folgendes nicht wieder passiert:

FB_1

Erkannt?

Aber wir lassen auch andere Dinge zu Hause:
Den Duschrollstuhl und das Motomed miete ich wieder vor Ort, so haben wir viel weniger Gepäck.
Zum Schwimmen sind wir die letzten Male auch nicht mehr gekommen oder es war deutlich zu kalt, also lassen wir jetzt unsere Neopren Anzüge und Schwimmwesten daheim. Warmes Wasser gibt es dann hoffentlich unter der Dusche.

Der Flug ist gebucht und ich habe mich daher genauer über unseren Flughafen (Abflug) im Internet informiert. Seit Jahren wird dort gebaut und auch die Verkehrsführung immer wieder geändert. Leider sind die Informationen sehr oberflächlich und so verwirrend, dass ich dieses Mal vorab den Flughafen anfahren werde. Unser bekanntes Parkhaus wurde abgerissen und auch die Wege in den Abflughallen haben sich verändert. Wie kommen wir zum Schalter, welche Fahrstühle sind gross genug für uns zusammen mit dem vielen Gepäck? Wir hatten beim letzten Mal die Erfahrungen machen müssen, das Petra im Rollstuhl alleine fahren musste und ich den Fahrstuhl danach nehmen musste. Leider war der Fahrstuhl so eng, dass ich grosse Mühe hatte unser Gepäck alleine darin zu befördern. Also suche ich jetzt andere Möglichkeiten und werde wohl auch kurzfristig entscheiden, ob wir nicht unser Gepäck am Vorabend schon aufgeben sollten? Hoffentlich ist das noch möglich.

Die Fluggesellschaft AIR BERLIN hatte auch in den letzten Wochen für negative Schlagzeilen gesorgt. Bekommt man noch etwas zu Essen und Trinken, oder muss man das wie bei den Billigfliegern extra zahlen? Dass die Zahlen sehr schlecht stehen und die Airline eventuell auf eine Insolvenz zugeht und ähnliches fand sich im Internet auf einigen Blogs. Nicht gerade beruhigend so etwas vor einer Reise zu lesen. Dann noch die Streiks bei der Lufthansa, auch ein schlechtes Zeichen. Kein Wunder, dass uns auch hier Bedenken kommen.

Wir hatten auch lange gezögert, ob wir wieder ins gleiche Hotel absteigen, aber wir wollten auch keine Experimente. Ein Fussgänger kann sich das gar nicht vorstellen, immer ins gleiche Hotel. Für ihn ist es ja auch viel einfacher, wenn etwas nicht passt, dann kann er sich besser anpassen. Wenn Petra aber mit dem Rollstuhl nicht unter das Waschbecken kommt, sie nicht durch eine Tür mit dem Rollstuhl passt, oder ob ausreichend Lifte und keine Treppen hinderlich sind. Vor allem eine ebenerdige Dusche mit beweglichem Duschkopf ist wichtig und kein fester Duschkopf an der Decke. All das und noch viel mehr Dinge, können das Reisen mit Rollstuhl zu einer Tortour machen.

Auch hatten wir Bedenken, ob uns Teneriffa noch etwas Neues bieten kann. Wir kennen die Insel sehr gut und die besonderen Orte die für Fussgänger gut zu erreichen sind, sind uns verwehrt. Wie zum Beispiel die Bergfahrt mit der Gondel mit Rollstuhl oder das Klettern an die Felsküste und vieles mehr. Wir brauchen Wege die wir befahren können und die auch sicher genug sind.

Als Alternative hatte ich mal Gran Canaria ausgesucht und wollte ein gutes Hotel für uns finden, leider vergeblich. Die Informationen aus dem Internet waren Grund genug, nicht zu buchen. Mal mitten in der „Pampa“ oder am Golfplatz, für uns nicht brauchbar. Oder die Zimmer oder gar das Hotel waren für Rollstuhlfahrer nicht geeignet. Wir haben ja schon genügend negative Erfahrungen gemacht. Weitere brauchen wir nicht.

Auf La Palma waren wir schon und ich war auch schon auf Lanzarote und vor 30 Jahren auf Gran Canaria. Wir bleiben also auch dieses Mal auf Teneriffa. Vielleicht für längere Zeit das letzte Mal. Mal sehen, was die Zukunft noch bringt. Vielleicht werden wir mal mehr ausruhen und das Leben geniessen. Vor allem versuche ich mal gezielter zu Fotografieren und mal andere Blickwinkel zu suchen. Vielleicht schaffe ich es auch mal, deutlich weniger Fotos einfach zu machen und dafür mehr Videos? Bei den heutigen Kameras ist das ja kein Problem mehr. Jetzt brauche ich also nur noch auf gute Motive und besseres Wetter hoffen. Wenn ich allerdings an die Regenmengen vor wenigen Wochen denke, dann wird wohl auch dieses Mal das Barranco voller Geröll sein und die Bagger-Arbeiten unseren Urlaub am Tage vermiesen. Höhere Gewalt und daher vom Hotel nicht mal mit einer Entschuldigung dem Gast mitgeteilt.

Hier ein kleines Video von 2014:

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