2. Der Flug – neue Erfahrungen

Neue Sparmassnahmen
Im Internet hatte ich schon gelesen, dass die AirBerlin ihren Service sehr einschränken wird. Das Essen sollte auf den Kurzflügen gestrichen werden. Auf dem Flug zu den Kanaren sollte aber auch weiterhin ein Essen angeboten werden. Leider wurden wir hier plötzlich von einigen Sparmassnahmen überrascht:

Fehlender Service der AirBerlin
Dieses Mal war die Maschine nur zu 2/3 belegt. In den ersten 4 Reihen gab es kaum Gäste, weil diese Plätze jetzt teurer verkauft werden. Nach dem schnellen Start waren wir kaum in der Luft, als es eine Durchsage gab:

„Wenn Sie rechtzeitig etwas zum Essen bestellt haben, dann teilen Sie dies bitte dem Flugpersonal mit“. Jetzt muss man also 2 Tage mindestens vor Abflug das Essen per Internet bestellen und an Bord bezahlen.

Wer das nicht weiss, bekommt eine Butterlaugenbrezel und muss damit auskommen. Wer das nicht mag, oder allergisch wie ich darauf reagiert, hat Pech gehabt! Getränke werden 2 Mal verteilt und auch ausreichend. Nur gut, dass ich auf den Flügen sowieso keinen Hunger habe. Petra konnte ihre Freude nicht so zeigen darüber. Sie mag kein Laugengebäck.

Liegen während des Fluges
Nun war es Zeit, dass Petra sich hinlegt. Wir haben daher immer 3 Plätze gebucht und bezahlt. Das hätten wir dieses Mal auch billiger haben können. Aber das weiss man vorher nie, also bezahlen wir lieber gleich den dritten Platz. Die AirBerlin versteigert ausserdem leere Sitzplätze, damit man niemand neben sich hat, wer es sich leisten kann. Leider gibt es bei der Air Berlin auch keine Kissen oder Decken mehr. Das war uns neu. Mal sehen, wann wir auch Geld für das WC im Voraus zahlen müssen?

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Neid
Wieder lag Petra während fast des ganzen Fluges auf den Sitzen, damit sie den über 4,5  Stunden Flug überhaupt übersteht. Mit Jacken als Decke und einem Schal als Kissen konnte sie bald einschlafen. Petra lag also auf den Sitzen und trotz eingezogenen Beinen waren ihre Schuhe bis an äusseren den Sitzrand gelegen. Dies passte einer Mitarbeiterin der Air Berlin nicht und sie sagte forsch: „Können Sie bitte ihre Schuhe ausziehen?!“ Petra schlief gerade und ich wollte gerade intervenieren, als ihre Kollegin schnell aufklärte, dass Petra querschnittgelähmt ist. Mit rotem Kopf machte sie ohne weitere Bemerkungen weiter beim Getränke ausschenken. Da Petra nicht laufen kann, hat sie immer blitzsaubere Schuhe, mit denen könnte sie sogar ins Bett! Petra bekam auch auf diesen Flügen einige neidvolle Blicke, von älteren Damen, welche im regelmäßigen Abstand zur Toilette gingen. Ganz nach dem Motto: warum darf DIE liegen? Eine andere Frau versuchte auch halb zu liegen, musste dies aber mit Schmerzen bald abbrechen.

 

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.  

Flughafen Teneriffa
Der Flug war ohne weitere Probleme vergangen und wir kamen pünktlich auf Teneriffa an. Wir mussten auch nicht lange auf den Service von „Sin Barreras“ warten. Leider hatten wir wieder ungeschultes Personal, die Behinderten wie Gepäckstücke behandeln. Es wird an den Passagieren herum gerissen und ohne Vorwarnung der Rollstuhl zur Seite gefahren oder sie fahren einfach mit dem Rollstuhl los, ohne den Passagier vorab zu informieren.

Zudem gibt es meist ein grosses Sprachproblem. Diese Mitarbeiter sprachen nur Spanisch. Wenn wir uns wenigstens mit etwas englisch verständigen könnten, wie im Hotel…. Ich musste mehrfach eingreifen, sonst wäre Petra mit Schmerzen am Boden gelegen. In Windeseile hatten sie uns dann zum Gepäckband gebracht. Es herrschte Chaos am Flughafen, eine Maschine nach der anderen landete auf Teneriffa und die Passagiere waren wie eine wilde Herde zum Gepäck gestürzt. Petra musste das am eigenen Leibe spüren, weil mehrfach Gäste über ihren Rollstuhl stolperten oder gegen den Rollstuhl ihr Gepäck schlugen. Unsere Koffer und Taschen waren zum Glück schnell da und auf dem Kofferwagen aufgeladen. Jetzt musste Petra sich mit dem Gepäck einen sicheren Platz suchen, weil ich einen Stock tiefer musste, um das Sondergepäck (Swisstrac, Schienen) abzuholen.

Ich ging also zum Fahrstuhl und suchte den Swisstrac beim Sperrgut. Leider war noch kein Swisstrac zu sehen. Also ging ich zu Petra zurück und informierte sie, dass es noch etwas dauert. Jetzt musste sie wieder auf mich warten. Ein Mitarbeiter von „Sin Barreras“ kam indessen noch auf uns zu und wollte uns mit dem Gepäck helfen. Ich bat ihn, mir beim Sperrgut zu helfen. Gemeinsam fanden wir dort den Swisstrac seitlich liegend und eingeklemmt zwischen zwei Rollen. Unglaublich, dabei hatte ich den Swisstrac sorgfältig eingepackt und mit einem zusätzlichen Sicherungsband versehen, um die Kupplung zu schützen. Auch habe ich den Swisstrac beidseits deutlich in Deutsch und ENGLISCH angeschrieben, dass er bitte nicht auf das Gepäckband darf – es nützt nichts, wenn die Mitarbeiter kein Englisch lesen können! Ich holte noch schnell eine Kamera und nach den Fotos half mir der nette Mitarbeiter das Gerät irgendwie vorsichtig aus dem Loch rauszuholen.

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Das Swisstrac wurde eingeklemmt

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2013 waren hier sogar Rollen ausgehängt

Ich hatte schon vor 3 Jahren an diese „Lücke“ im Gepäckbereich gedacht, aber nie, dass uns das Sicherungsband am Flughafen entfernt wird und das Swisstrac einfach auf die Rollen geworfen wird. Da die Bremse beschädigt wurde, bat ich den Mitarbeiter um Hilfe bei der Erstellung einer Schadensmeldung. Wir gingen zusammen mit Petra zum Schalter für „verlorene Gepäckstücke“. Dort wurde mit viel Mühe und Sprachproblemen (obwohl ich englisch und ein wenig spanisch spreche) ein Formular ausgefüllt. Doch als die Mitarbeiterin fertig war, konnte sie von diesem Computer nicht ausdrucken und so hat sie auf einem anderen PC alles nochmals eingegeben. Wir bekamen dann nach langer Wartezeit das Formular und eine eMail Anschrift der Air Berlin mitgeteilt. Dort wurde mir allerdings später nur mitgeteilt, dass sie nicht zuständig sind und die Mail löschen.

Servicequalität von AirBerlin = hier 0 Punkte!

Der Kunde soll zahlen und nicht reklamieren
Wieder einmal zeigt sich die absolute Frechheit von der Airline, Kunden-Beanstandungen einfach zu ignorieren und durch sehr sehr lange Zeit des Nicht-Beantwortens die Kunden mürbe zu machen. Wie schon geschrieben werden so 95 % der Beschwerden einfach „zeitlich aus gesessen“. Eine bodenlose Frechheit! Es ist nicht der erste Fall, den wir persönlich so erleben! (Siehe auch hier)

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Bleiben Sie dran…

Frank

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