Bedenken

Verunsichert machen wir uns Gedanken zum Flug in die Ferien:

Die letzten Tage haben auch uns nachdenklich gemacht. Die Anschläge und die Verunsicherung bleibt auch für uns nicht ohne Bedenken. Was wird noch alles passieren?

Die Vorfreude auf unseren nächsten Flug in einigen Wochen steigt, das meiste ist gut vorbereitet und auch schon vieles erledigt. Die Reise könnte eigentlich schon losgehen. Leider waren die letzten Tage auch durch die plötzliche Kälte und dem Schnee ein Dämpfer. Gesundheitlich waren wir beide mehr als sonst angeschlagen und ich machte mir schon Sorgen, ob wir überhaupt in den Urlaub fliegen sollten.

Zum Glück hatte Petra bei meiner Frage, ob wir fliegen wollen, die Liste genommen und das Gepäck nochmal besprochen. Klar, wir fliegen, wenn auch mit Bedenken. Die Liste: es sind gute 4 Seiten voller Dinge die wir mitnehmen müssen und auch alles was vorab erledigt werden muss. Die Liste ist 2008 entstanden und ich hatte sie vor jeder Reise angepasst. Zum einen braucht Petra deutlich weniger Medikamente, zum anderen auch weniger Pflegemittel. Toll!

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Hotel Teil 1 – Hotelauswahl

Hotelauswahl

Ein Hotel buchen und den Urlaub geniessen. Schön wäre es, wenn es so einfach zu buchen wäre. Als Fussgänger habe ich dies oft gemacht, ohne mich gross vorab zu informieren. Vielleicht mal sehen, ob es einen Pool gibt und ob das Hotel direkt an einer grossen Strasse liegt. Halbpension oder all inclusive, das waren eher meine Themen. Den Urlaub geniessen und viel draussen sein, denn das Hotel ist meist nur noch zum Schlafen und Umziehen da.

Das war zu meinen Zeiten als Fussgänger, jetzt mit Rollstuhl und Petra haben wir deutlich mehr Anforderungen, die wir vom Hotel erwarten. Wir müssen daher zum Beispiel vorab abklären, ob die Türen breit genug für den Rollstuhl sind, ob es Treppen oder doch einen Fahrstuhl gibt. Ob es grosse Tische im Speisesaal gibt, oder ob dort nur die Bistrotischen vorhanden sind. Ich werde jetzt mal von unseren vielen Erfahrungen bei der Vorabklärung und auch von unseren Erlebnissen vor Ort berichten.

Wichtig:
Glauben Sie nicht unbedingt einem Prospekt oder einer Hotel-Internetseite, denn dort wird vom Hotel immer nur die schönsten Seiten gezeigt. Ein Behindertengerechtes Zimmer habe ich dort noch nicht gesehen.

Leider werden die Bilder dort oft aus besonderen Perspektiven gezeigt oder auch das Verändern der Fotos mit “ Photoshop“ lässt grüssen. Also schauen Sie sich auch mal die Reiseportale von    www.tripadvisor.de  oder www.holidaycheck.ch an. Dort können Sie von Urlaubern gemachte Bilder und Berichte sehen, die im Hotel waren und von ihren Erfahrungen berichten. Sie können dann auch mal in Google-Earth nachsehen, wo das Hotel liegt und ob der Pool tatsächlich so gross wie angegeben ist. So konnten wir schon mal vorab sehen, dass auf dem Weg zum ausgesuchten Hotel zum Strand eine grosse Hauptstrasse lag und hatten uns dann doch lieber für ein anderes Hotel entschieden. Oder wie dicht die weiteren Hotels neben dem Wunschhotel sind. Wer will schon, wie in einer Großstadt, vom Pool auf die höchsten Häuser der Insel schauen? Wenn Sie ein passendes Hotel ausgesucht haben, dann schauen Sie sich die Internetseite genau an, ob im Hotel behindertengerechte Zimmer angeboten werden.

Als Rollifahrer wissen Sie, auf was sie alles achten sollten und wie Sie selbst Ihre Wohnung/Haus umbauen mussten, als Sie im Rollstuhl nach dem Unfall nach Hause kamen. Diese Barrierefreiheit brauchen Sie natürlich auch im Urlaub und daher sollten Sie unbedingt wissen, ob das Hotel Ihre Anforderungen erfüllt. Jeder Urlaub wird zur Tortur, wenn Sie z. B. mit dem Rollstuhl nicht ins Zimmer kommen oder wenn Treppen Sie am Fahren in den Speisesaal behindern. Eine Abklärung vorab kann Ihren Urlaub zu einem ganz tollen Erlebnis werden lassen. Geniessen Sie Ihren Urlaub, denn Sie haben eine wunderschöne Zeit schliesslich verdient.
Abklärung vor der Reise

Gibt es behindertengerechte Zimmer?
– Oder bei Bedarf: gibt es auch rollstuhlgerechte Zimmer?
– Wird das Hotel als rollstuhlgerecht ausgewiesen?
– Kann man ohne Treppen ins Restaurant kommen?
– Gibt es ausreichende Lifte?
– Wie breit sind die Türen und komme ich mit meinem Rollstuhl durch?
– Was ist mit dem Badezimmer?
– Komme ich mit dem Rollstuhl ins Bad und gibt es eine ebenerdige Dusche?
– Was ist mit der Toilette? Mit Rollstuhl überfahrbar? Feste Handgriffe?
– Kann ich mit dem Rollstuhl unter das Waschbecken fahren?

Behindertengerecht ist noch lang nicht Rollstuhl gerecht!

Anforderungen:
Wir haben unsere Anforderungen durch unsere Reisen genau ermittelt. Dadurch, dass ich als Krankenpfleger viel für Petra machen kann, sind unsere Anforderungen an das Hotelzimmer deutlich geringer, als wenn Petra alleine verreisen würde. Uns reicht meist eine ebenerdige Dusche und breite Türen. Wenn Sie verreisen, dann sollten Sie sich mal Gedanken machen, welche Anforderungen für Sie wichtig sind. Vielleicht reicht Ihnen dann das umgebaute Zimmer aus und sie brauchen nicht unbedingt ein Rollstuhl-Zimmer. Bedenken Sie aber unbedingt, dass ein Hotel schnell mal ein Zimmer als Rollstuhlgerecht ausweist. Auch wenn vor Ort keiner über Erfahrungen verfügt.

Wir sind seit 2008 oft auf Teneriffa gewesen und waren mit dem Sheraton in La Caleta sehr zufrieden. Wir haben uns schnell zurechtgefunden und konnten dort unseren Urlaub geniessen. Es gibt nur wenig, was verbessert werden könnte, aber ansonsten reicht uns das Behindertengerechte Zimmer.

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WARUM WERDEN WIR BEWUSST BEHINDERT ?

Hier mal ein Beispiel, wie man als Reisender mit Behinderung, “behindert” wird:

Uns wurde ein gutes 5 Sterne Hotel in der Türkei mit vielen Behindertenzimmer empfohlen. Als wir dort eine Zusage für ein entsprechendes Zimmer haben wollten, gab man uns folgende Antwort:

“Leider können wir Ihnen im Voraus kein behindertengerechtes Zimmer zusichern.”

Ganz nach dem Motto, bleiben Sie lieber als Behinderter zu Hause! Wieder einmal wurden wir „behindert“.

Bedenken Sie, wir können nur Reisen, wenn uns schriftlich ein entsprechendes Zimmer vorab zugesichert wurde.

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